Die Ökonomie der Gefühle (6): Glück

Geschätzte Finanzvorstände und Börsengurus! Teure Mitglieder des Geld-Adels! Werte, sehr vermögende Seminarteilnehmer!

Ich freue mich, Sie heute Vormittag wieder alle hier in der Business Academy Poschingen versammelt zu sehen, und begrüße Sie aus gegebenem Anlass mit einem kräftigen „Glückauf“!

In unserer Seminarreihe „Die Ökonomie der Gefühle“ haben wir bisher schon manches lukrative Geschäftsmodell untersucht. Ich erinnere nur an die äußerst gewinnträchtigen Marktphänomene der Angst, der Liebe, des Zorns, des Geizes und der Dankbarkeit.

Denken Sie etwa daran zurück, wie wir zum Thema „Geiz“ das Modellbeispiel des amerikanischen Multi-Trillionärs Scrooge McDuck behandelten, in Deutschland bekannt als Onkel Dagobert. Nicht wenige von Ihnen haben seither ähnliche Geldspeicher aufbauen können wie er – dank einer konsequent verfolgten Geiz-Strategie.

Oder führen Sie sich noch einmal die „Dankbarkeits-Währung“ vor Augen, die wir in Folge fünf entwickelten: Wir konnten damals exakt berechnen, wie viele Facebook-Likes für eine dort zur Schau gestellte „gute Tat“ fällig werden, um den Dankbarkeits-Saldo auszugleichen. Vielleicht erinnern Sie sich an die Geschichte, wo jemand einem Obdachlosen seine warme Winterjacke „schenkte“: Er kassierte dafür auf Facebook nicht weniger als 478 Likes. Doch sein Gefühlshaushalt war trotzdem nicht im Gleichgewicht: Insgeheim hatte er mindestens 500 Likes erwartet.

Wir halten also noch einmal fest: Emotionen sind nie kostenlos! Gefühlszustände haben immer einen Barwert. Manchmal können wir ihn nur auf Umwegen errechnen, weil gerade die großen Gefühle sich als „selbstlos“ zu tarnen verstehen. Nicht mit uns, meine Damen und Herren, nicht mit uns!

Das möchte ich Ihnen gerade auch an unserem heutigen Leckerbissen demonstrieren. Es handelt sich sozusagen um den Ferrari Testarossa unter den Emotions-Dienstleistungen: das Glück.

Glück sei nicht käuflich, heißt es. Oder umgekehrt: Geld allein mache nicht glücklich. Schwachsinn, meine Damen und Herren! Auch Glück ist selbstverständlich, wie alles, eng mit Geld verbunden – wer wüsste das besser als Sie!

Und natürlich kennen Sie auch alle den alten Bergmannsgruß „Glückauf!“, mit dem ich Sie eingangs empfangen habe. Entstanden ist er schon vor 700 Jahren im Erzbergbau. Aber hätten Sie’s gewusst: Er ist keineswegs so selbstlos, wie er klingt! Denn da wird nicht etwa in kumpelhafter Solidarität das billige Glück beschworen, dass alle aus der finsteren Tiefe wieder heil an die Oberfläche kommen mögen. Nein, das Zauberwort bedeutete ursprünglich ganz materialistisch: „Glück, tu uns die Erzgänge auf!“ Hinzuzufügen wäre der Ehrlichkeit halber: „Sodass wir stinkreich werden!“

Das Glück, das einen zu Schätzen führt, kommt Ihnen das nicht bekannt vor?  Gerade Ihnen, die Sie normalerweise nichts anderes lesen als Scheckbücher und höchstens noch das eine oder andere Comic-Heft? Wo wir gerade schon bei Onkel Dagobert waren: Die gewinnbringende Qualität des Glücks verkörpert niemand treffender als Donalds Vetter Gustav Gans.

Wo er geht und steht, findet Gustav verlorene Ringe, Goldstücke, Schatzpläne, Geldbörsen – er ist ein so unverschämter Glücks-Magnet, dass er den ewig erfolglosen und bankrotten Donald damit zur Weißglut treibt. Was er übrigens mit diebischem Vergnügen tut. Verfolgt Gustav einen Geschäftsplan, der ihm viel Geld einbringen soll, kommt ihm zuverlässig im richtigen Moment das allerunwahrscheinlichste Glück zu Hilfe. Während Donald, der mit derselben Idee demselben Ziel nachgejagt ist, mal wieder in die Röhre schaut. Und wenn der stets flüssige, prahlerische, in feinstem Zwirn gewandete Vetter Gustav mal wieder fast platzt vor Glück, dann würde Donald am liebsten im Erdreich versinken – oder einen Mord begehen. Das, meine Damen und Herren, ist Glück von seiner glänzendsten und ehrlichsten Seite: das Glück, einen armen Schlucker aus dem Rennen geworfen zu haben.

Apropos armer Schlucker – ich sage nur: Hans im Glück. Lediglich auf den ersten Blick ist das ein Seelenverwandter von Gustav Gans. Bei näherem Hinsehen ist er das arme Opfer vieler glücklicher Zwischenhändler. Das Geschäftsmodell von „Hans im Glück“ soll uns im folgenden als abschreckendes Bespiel dienen, denn dieser Narr macht alles, aber auch alles falsch.

Er erhält von seinem Herrn als Arbeitslohn einen Klumpen Gold, so groß wie sein Kopf. Man sollte meinen: Was für ein Glück! Aber so groß kann der Kopf und damit auch der Klumpen nicht gewesen sein, denn was tut Hans auf seinem Weg nach Hause als erstes? Er lässt sich im Tausch für das Edelmetall ein Pferd andrehen, ein absolut wertloses, das ihn auch sogleich abwirft! Und damit nicht genug: Das Pferd tauscht er gegen eine stinkende Kuh, bloß weil er gerade Appetit auf frische Milch hat, und hält das auch noch für einen „glücklichen Handel“.

Und weil eine Dummheit selten allein kommt, tauscht er daraufhin die Kuh gegen ein Schwein, das Schwein gegen eine Gans, die Gans aber gegen einen Wetzstein – der auch noch schadhaft ist – und einen plumpen Feldstein. Die beiden Brocken fallen ihm dann zu allem Überfluss aus Versehen in einen Brunnen, als er sich zum Trinken bückt. Seine Bilanz sieht also folgendermaßen aus: Losgezogen mit einem Goldklumpen, den er kaum tragen konnte, steht dieser Mann am Ende mit leeren Händen da. Was aber denkt Hans, der Idiot, weil er nun keinen Ballast mehr mitschleppen muss: „So glücklich, wie ich es bin, gibt es keinen Menschen unter der Sonne!“

Schwer zu ertragen, so viel Torheit, ich weiß, meine Damen und Herren! Diese groteske Selbsttäuschung, angeblich „mit leichtem Herzen und frei von aller Last“ bei der Mutter daheim anzukommen. Wenn ich die Mutter gewesen wäre, hätte ich ihn 500 Mal ausrechnen lassen, wie viele Wetzsteine er mir für den schönen Klumpen Gold hätte kaufen können. Oder wie viele Goldmünzen bei einer geiz-orientierten Anlagestrategie à la Dagobert Duck aus dem Klumpen geworden wären. Wie viel Dankbarkeit man sich dafür hätte erkaufen können. Es treibt einem die Tränen in die Augen!

Dabei wartet das Glück – und ich meine selbstverständlich das Glück, das sich in Euro oder Dollar beziffern lässt – ja nur darauf, zu uns zu kommen. Wie sonst wäre es zu erklären, dass in Israel am 16. Oktober 2010 exakt dieselben Lottozahlen gezogen wurden wie im Monat zuvor? Ein Statistikprofessor rechnete damals aus, die Wahrscheinlichkeit einer solchen Wiederholung innerhalb weniger Wochen betrage etwa eins zu vier Billionen. Aber das kann nicht sein, meine Damen und Herren! Sonst hätten wohl nicht 95 Lottospieler, die sich einfach unbeeindruckt auf ihr Glück verlassen hatten, mit den erst im Vormonat gezogenen Zahlen goldrichtig gelegen.

Diese Glücklichen wussten: Man kann das Glück auch zwingen! Lassen Sie sich das Wort „Zwangsbeglückung“ nur einmal auf der Zunge zergehen, liebe Seminarteilnehmer. Auf den ersten Blick scheint es einen Zustand zu bezeichnen, der unfreiwillig und unerwünscht ist. Etwas, das jemandem gegen seinen Willen von anderen Menschen aufgedrängt wird. Doch unter uns Finanzexperten bedeutet Zwangsbeglückung: sein Glück erzwingen – durch Sturheit, Verhandlungsgeschick, Skrupellosigkeit, überlegene Strategie und Taktik.

Ich fasse also zusammen: Glück ist die Königsdisziplin unter den Gefühlszuständen. Es begünstigt die Geschäftstüchtigen, aber nur die Cleversten, Raffiniertesten und Durchtriebensten können diesen Zustand erzwingen. Das Glück und damit auch das Glücklichsein hängt in seiner Intensität unumkehrbar mit dem jeweils in Frage stehenden Geldbetrag zusammen, den es daher immer exakt zu ermitteln gilt.

Dass das Glück seinen Preis hat, wusste schon Tolstoi, als er in seinen Tagebüchern schrieb, es sei „mit Müdigkeit und Muskelkater billig erkauft“. In der Regel allerdings ist es heutzutage sehr viel teurer – zum Glück, meine Damen und Herren, denn sonst, seien wir ehrlich, könnten es sich ja auch Hinz und Kunz leisten. Ich sehe Sie dann nächste Woche wieder hier in der Business Academy Poschingen, wenn wir in unserer Seminarreihe „Die Ökonomie der Gefühle“ den einzigen kostenlosen Gemütszustand behandeln: den Neid.

Zum Archiv bereits untersuchter Emotionen aus der Ökonomie der Gefühle: hier entlang.

Die Ökonomie der Gefühle (5): Dankbarkeit

Manchmal muss man sich Makroökonomen vorstellen wie die Psychologen der Volkswirtschaft. Sie arbeiten sich nicht nur daran ab, die voraussichtliche Veränderung des realwirtschaftlichen  Bruttosozialprodukts möglichst korrekt vorherzusagen. Nein, sie kalkulieren sogar die Wertschwankungen im Gefühlshaushalt der Nation. Und da sieht es in der aktuellen Völkerwanderungs-Krise gar nicht gut aus.

Denn,  so leid es mir tut: Alles ist in Euro und Cent darstellbar. Selbst die vermeintlich edelsten Motive aus dem Bereich der Hilfsbereitschaft haben immer – wenn man wie der Androide Data aus „Star Trek“ seinen Emotions-Chip kurz deaktiviert und mal ganz sachlich draufschaut – einen Gegenwert. Noch besser gesagt: einen Tauschwert. Der Mensch ist andauernd viel zu sehr in emotionale Händel mit anderen Menschen verstrickt, um diesen Tauschwert ignorieren zu können.

Es ist ihm allerdings im Laufe seiner Kulturgeschichte gelungen, diesen an sich beschämenden Umstand erstaunlich gut zu tarnen. Und da ist es dann wieder an den Ökonomen, diesen Illusions- und Spaßbremsen, die Tarnung ab und zu niederzureißen. Es sei denn zum Beispiel, ein Politiker kommt ihnen zuvor und enttarnt sich gleich selbst.

„Bis zum Sommer waren die Flüchtlinge dankbar, bei uns zu sein“, so Bundesinnenminister Thomas de Maizière im heute-journal. „Jetzt gibt es schon viele Flüchtlinge, die glauben, sie können sich selbst irgendwohin zuweisen. (…) Sie gehen aus Einrichtungen raus, sie bestellen sich ein Taxi, haben erstaunlicherweise das Geld, um Hunderte von Kilometern durch Deutschland zu fahren.“

Sehen Sie, sehen Sie? So schnell kommen beim Thema Dankbarkeit Euro und Cent ins Spiel! Es ist eben nicht die selbstlose Liebe einer Mutter Theresa, die den Minister antreibt. Dankbarkeit ist offensichtlich eine Währung, in welcher in ausreichendem Maße zurückgezahlt werden muss, wo zunächst ausdrücklich „kostenlose“ bzw. „unentgeltliche“ Hilfe gewährt wurde.

Die Gleichung im Minister-Statement sieht ungefähr so aus: Sei der Wert eines (emotionalen) Hilfspakets = x, dann muss die Brutto-Dankbarkeit (z + y) mindestens x entsprechen, wobei y als Wert in diesem Fall beispielsweise einer Taxifahrt von Hamburg nach München (ca. 790 Euro) anzusehen ist. Der Dankbarkeits-Saldo ist mithin nur ausgeglichen, wenn er neben dem Wert x auch die 790 Euro saldiert, die im unentgeltlichen Hilfsbereitschaftsangebot nicht enthalten waren.

Beachtenswert ist bei diesem Beispiel von Gefühlsmathematik, dass im Unterschied zum rein materiellen Tauschhandel bei jeder anderen Art von Warengeschäften der Betrag von 790 Euro gar nicht vom Rechnungssteller ausgelegt wurde. Es ist ja nicht der Minister, der die Taxifahrt des Flüchtlings bezahlt hat, sondern der Flüchtling selbst. Doch dem hätte dieses Vermögen in den Augen des Rechnungsstellers gar nicht zugestanden; gerade deshalb wurde ja von ihm Dankbarkeit als Deckungsbeitrag erwartet. Umkehrschluss: Nur wer selbst Geld hat, braucht nicht mit Dankbarkeit zu zahlen.

Und es wird noch faszinierender: Die geschuldete Dankbarkeit muss nicht einmal von demjenigen geleistet werden, der Empfänger der ursprünglichen Hilfsbereitschaft war. Sie kann auch „fremdfinanziert“ werden, etwa in Form von Anerkennung durch Facebook-Likes. Das Schema: Mensch hilft Flüchtlingen, schreibt darüber auf Facebook, erhält 15 „Gut gemacht!“-Kommentare von Dritten – und der Saldo ist ausgeglichen. Bei nur zwei Likes allerdings bliebe eine gewisse Anerkennungs-Deckungslücke in den (Gesichts-)Büchern.

Sie glauben nicht, dass Sie so berechnend sind? Machen Sie einen Test in einem anderen Zusammenhang:  Schenken Sie Ihrem Patenkind bei jedem Besuch eine Tafel Schokolade. Registrieren Sie leuchtende Kinderaugen und andere mehr oder weniger subtile Dankbarkeitsbezeugungen.  Wenn Sie aber nur Gleichgültigkeit oder blanke Gier feststellen – wie lange dauert es, bis Sie nichts mehr mitbringen? Das ist dann der Moment, wo Ihnen jemand x mal 0,99 € Dankbarkeit schuldet.

Zum Archiv bereits untersuchter Emotionen aus der Ökonomie der Gefühle: hier entlang.

Die Ökonomie der Gefühle (4): Geiz

Neulich auf dem S-Bahnsteig: Ein älterer Mann berichtet seiner gleichaltrigen Gesprächspartnerin von seinem überaus klugen Schachzug im Supermarkt. Er habe nämlich von den Bananen vor dem Abwiegen die Strünke abgebrochen. „Ich bezahl ja für Bananen und nicht für die Reste!“

Mal abgesehen davon, dass er konsequenter Weise auch noch die Schalen hätte entfernen können, verkörpert dieser Mann auf den ersten Blick den Homo Oeconomicus: das bestens informierte, mit allen Wassern gewaschene, vollkommen egoistische, unablässig berechnende, ständig auf Schnäppchen bedachte, darin aber auch hochgradig rationale und effiziente Muster-Wirtschaftssubjekt. Das, was Wirtschaftsliberale des angelächsischen Zuschnitts bzw. der FDP-Programmkommission aus uns allen machen wollen.

So hat es ja auch schon der schottische Nationalökonom Adam Smith, einer der Urväter der modernen Volkswirtschaftslehre, 1776 in seinem Hauptwerk „Wealth of Nations“ vorgebetet: Eine „unsichtbare Hand“ sorge dafür, dass, indem jeder beim Produzieren und Handeln ständig nach seinem eigenen noch so kleinen Vorteil trachte, konsequent der Wohlstand aller sich vermehre. Schließlich würden ja alle in freier Übereinkunft das jeweilige Optimum aus diesen Tauschvorgängen herausholen.

Schöne, alte Welt. Smith wusste noch nichts davon, dass Bananen heute von Discountern als Lockangebote für 89 Cent das Kilo verramscht werden, wodurch den costa-ricanischen Plantagenarbeitern für dieses Kilo noch etwa ein Cent Lohn bleiben dürfte. Er kannte auch noch keine Einkaufsvorstände moderner Großkonzerne oder Einzelhandelsketten, die durch das Entfernen von metaphorischen Bananenstrünken im Großmaßstab den Mittelstand zugrunde richten: Du bist mein Zulieferer oder Dienstleister? Du hast kein Recht auf eigenen Profit! Das ist alles meins und bleibt es auch! Geiz als Gleitmittel der Ökonomie, wenn das so einfach wäre.

Indem er den Gefühlshaushalt aller Betroffenen zur Hölle macht, ist Geiz offensichtlich dem hier schon diskutierten Neid verwandt – als Haltung, aber ist er auch selbst ein Gefühl? Durchaus, genauer betrachtet allerdings eine Gefühlsmelange: Geiz fühlt sich erbärmlich an, klein, gemein, niedrig, damit auch bedürftig, ja hoffnungslos. Und es gibt einen dramatischen Unterschied zu bloßem Eigennutz, der auch immateriellen Nutzen schätzt: Geiz ist, wenn ich von allen möglich Nutzen meines Handelns oder Unterlassens nur meinen materiellen Vorteil kalkuliere, nicht aber den mir zukommenden „Umwegnutzen“ von Wertschätzung, Altruismus, Dankbarkeit, Gelassenheit, Lebensfreude oder gutem Gewissen.

Aber auch das ist noch nicht sein eigentliches Charakteristikum, das zeichnet auch Gier oder Egoismus aus. Geiz als einziger hat auch mit geradezu sexueller Befriedigung durch spartanische Enthaltsamkeit im Reichtum zu tun, mag dieser nun relativ sein wie der des Bananenstrunkentferners gegenüber dem Plantagenarbeiter oder aber absolut unermesslich. Uncle Scrooge, Onkel Geizkragen, im Deutschen besser bekannt als Onkel Dagobert aus dem Donald-Duck-Universum, badet täglich in seinem Geldspeicher, in dem sich mehrere „Fantastillionen“ Taler in Form von Münzen befinden. Er taucht in die Münz-Fluten, wirft sie in die Luft und genießt auf eine geradezu sinnliche Art seinen obszönen Schatz.

Doch den Neffen Tick, Trick und Track einen Taler zu schenken käme Uncle Scrooge nicht in den Sinn. Die Euphorie im Geldbad macht ihn nicht zu einem sympathischen Wesen, und gerade daraus bezieht er sein Selbstbewusstsein: „Ich bin anders“, ruft Dagobert mit erschreckend verzerrter Miene in einer seiner allerersten Sprechblasen (Christmas on Bear Mountain, 1952): „Alle hassen mich, und ich hasse alle!“ Am meisten, sobald er dem Geldbad entsteigen muss, wohl sich selbst.

Geiz lehrt uns, dass wir der perfekten Marktwirtschaft einfach nicht gewachsen sind: Dem roboterhaften Homo Oeconomicus kommt immer wieder der triebgesteuerte, dabei zutiefst unerlöste Neandertaler in die Quere. Was machen Sie jetzt daraus, Adam Smith?

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