Einer hat’s gemerkt

Wie anders dagegen mein örtlicher Möbelmarkt, der nach wie vor Briefe schickt, aus denen jedesmal mindestens ein Coupon mehr herausflattert: Stammkundenrabatt, Schlussverkaufrabatt, Lagerräumungsrabatt, Jubiläumsrabatt („826,5 Tage am Standort Hamburg!“), alles kombinierbar, auf Küchen zu alledem noch 95% Abschlag vom verbliebenen Preis – und wenn man die Schwiegermutter dalässt, nehmen sie die auch noch in Zahlung.

Am unteren Rand des großen Loses dann die Fußnote in einer Typo, die nur unter dem Rasterelektronenmikroskop sichtbar wird und außerdem mit Zitronensaft geschrieben ist: „Angebot nur gültig am 29. Februar bei Mondfinsternis mit dreimal über die Schulter spucken. Gilt nicht für Tiernahrung.“

Ich werde übrigens mit fliegenden Fahnen zu solchen Händlern überlaufen, die irgendwas ganzjährig für ehrliche 10.000.000 Euro inserieren statt für 9.999.999,98. Hat einfach mehr Stil. Oder, um mit Walter Kempowski zu sprechen: „Klare Sache, und damit hopp!“

3 Kommentare zu „Einer hat’s gemerkt

  1. Stimmt eindeutig, aber mittlerweile bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass die meisten Leute einfach vera****t werden wollen… Natürlich könnte man den Großteil der (Werbe-)Angebote als totalen Humbug entlarven, aber diese Mühe will sich dann doch keiner machen, zumindest nicht, bis es zu spät ist und man ordentlich auf die Nase gefallen ist. ;-)

    1. Wir beide hingegen sind natürlich vollständig resistent gegen Werbetricks jeder Art, nicht wahr, Matthias? Oh, Moment, beim Penny gibt’s heute das iPhone für 29,99 Euro …

      1. Hmm, ja, ok, gut, ganz kann man das natürlich nie ausschließen, noch dazu bei Produkten, die mit Steve Jobs zu tun haben oder auf persönliche Vorlieben treffen… ;-) Aber erstens geht es hier ja um den Rabatt-Hype und zweitens bilde ich mir ein, wenigstens bei nicht alltäglichen Käufen auf den reellen Wert der Produkte zu achten (z.B. insbesondere auf das Verhältnis zwischen Materialwert, Herstellungskosten und Marketingausgaben).

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