Von der modernen und der maritimen Liebe

Es märzt, in Deutschland spannt der Bauer die Rösslein ein, und der handelsübliche Erst-, Zweit- oder Drittsingle geht auf Internet-Brautschau. Wann, wenn nicht jetzt, wo das noch junge Jahr so gerade noch einen Hauch mehr Glück verspricht als das letzte? Saisonbedingt prangen also jetzt überall an Großstadtwänden die Werbeposter der Partnerbörsen. Und wohl keine ist peinlicher als diese (die es natürlich auch in einer männlichen Version gibt):

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Möchten Sie, wenn Sie gefragt werden, mit strahlendem Lächeln sagen müssen, dass Sie ein Elite-Partner sind? Und was wäre eigentlich die Frage, die diese Antwort erst auslöst? Vielleicht: Ey, wie bist du denn so im Bett? Oder: Ist dein Kaufkraftkoeffizient eigentlich ausreichend, um dich auf meinem Partnerschaftsanspruchsradar als kleines grünes Glühwürmchen zu erfassen? In jedem Fall: das Grauen. Das GRAUEN!

Nein, liebe anspruchsvolle Emotionskunden und Erotikschnäppchenjäger, auf diesem Geschäftsmodell ruht kein Segen drauf. Es gibt bessere Gelegenheiten zum Andocken, glauben Sie es einem altgedienten Seefahrer und Leichtmatrosen. Gestern erst bin ich wieder auf einer dieser HADAG-Fähren im Hafen unterwegs gewesen, und was soll ich Ihnen sagen: Da spielt die Musik. Man muss sich aber in eine der hinteren Ecken zurückziehen, also, wie wir Fachleute sagen: nach achtern, und da dann an Backbord. Dort in Richtung Kielwasser blicken, durch die regenbesprenkelte Heckscheibe kaum was sehen, dafür aber dies entdecken:

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Und es macht gar nichts, dass gleich daneben die WC-Tür ist. Also jedenfalls, wenn man keinen Elite-Partner sucht.

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