Es steht ein Truck im Nirgendwo

 

In einem Monat ist Bundestagswahl. Neoliberaler Mehltau liegt zäh und klebrig auf dem Land, von oben drückt grau der Himmel. Mehr irgendwas wagen? Das war damals, als noch Ideen waren, Visionen, Träume. Möglichkeiten. Als es noch keine alternativlose Einheitsregierung mit integriertem Oppositionsersatz gab, die sich und uns einfach nur versorgen und verwalten möge bis zum Nimmerleinstag. Als noch agitiert werden durfte und widersprochen. Als Böcke Hörner hatten und Klötze Kanten. Als Redner redeten, Denker dachten. Willy Brandt, Herbert Werner, Helmut Schmidt, Franz Josef Strauß: Wesen aus einer anderen Zeit, einer anderen Galaxie.

Nun soll nur noch alles bleiben, wie es ist oder besser sein sollte, aber mit mehr vom selben. Geld soll da sein. Irgendwie so Sicherheit auch. Natürlich Jobs. Unbedingt das Fernsehprogramm mit den guten Krimis für Menschen ab 70. Und Freiheit, theoretisch, solange sie schmückt und keinen Ärger macht. Und alle sollen uns bitte in Ruhe lassen, vor allem der Staat, der soll nur lieb sein.

Doch während alle hoffen, dass es irgendwie weitergeht, ändert sich alles. Lacht sich das Leben über dieses Monstrum kaputt, das auf fetten Reifen steif und starr im Wege steht. Treibt ringsum alles einen reißenden Strom hinab. Wird weggespült und abgeschmirgelt, was die Leute, die im Pleistozän mehr gewagt haben, gewagt haben. Man wird aufwachen mit einer alten, einer uralten Regierung. In diesem neuen, sandgestrahlten Land.

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