Quo vadis, Wirtschafts-Kriminalität?

Tatort: Die Herrentoilette von “Inke’s Café” auf der Hallig Langeneß. Flach das Land, weit der Himmel (draußen, nicht im Herrenklo). Man glaubt ja, es könne kein Verbrechen geben, wo bei insgesamt 110 Einwohnern eine Zwergschule mit neun Schülern existiert und drei Warften weiter die Filiale der Raiffeisenbank aus einem 4-Quadratmeter-Zimmer mit einer grünen Geldschatulle besteht („Moin! Ich hab zwar grad zu, aber kommse man rein!“) Wo man sein Fahrrad am Hallig-Kiosk mietet und es ohne Schloss und Schlüssel einfach überall abstellt (und hernach wiederfindet). Wo der Mensch gut ist, weil ihm jegliche Reizüberflutung fehlt, dafür aber die Sturmflut zwei Dutzend Mal pro Jahr die Saat des Bösen zuverlässig hinwegspült.

Und dann betritt man diesen Ort und findet diesen Zettel. Sieht die gusseisernen Schwälbchen an der Wand, zwei statt ursprünglich drei an der Zahl. Und liest diese Botschaft hilfloser Entrüstung. Da bekommt man eine Ahnung vom Sündenfall. Die Unschuld, sie ist uns genommen. Musste es ausgerechnet eine Schwalbe sein, die zum ersten Opfer wurde? Ich werde ein Schloss für mein Fahrrad verlangen.

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