Wegwerf-Warenkunde (3): Laubgebläse

Hallo, städtische Grünflächenämter!
Es ist wieder soweit: Die Natur spielt verrückt und schmeißt einfach so Blätter in die Gegend, nicht im rechten Winkel, nicht mit Genehmigung, nicht einmal nur innerhalb der Kernarbeitszeit. Das Ergebnis: Chaos. Aufruhr. Anarchie. Selbst Parkwege, diese einst für ihre Rollator-Freundlichkeit gerühmten Highways, sind bedeckt mit bremsendem Biomüll.
Aber seit etwa zehn Jahren nutzt Ihr, Grünflächenämter, in Eurem niemals erlahmenden Kampf gegen die herbstlichen Auflösungserscheinungen eine Wunderwaffe, die V2 der Grünflächenguerilla: das Laubgebläse. Es funktioniert elektrisch oder, noch besser, mit Benzin. Und es produziert den allerinfernalischsten Lärm, der sich an einem sowieso schon düsteren Herbstmorgen um 7.10 Uhr überhaupt nur denken lässt. Es heult wie eine Luftschutzsirene und dröhnt dabei wie ein Containerzug. Ach ja, und es wirbelt dem Grünstreifenzorro, der damit stundenlang aus der Hüfte schießt, krebsbringende Aerosole aus dem aufgeschreckten faulen Laub in die Atemwege. Alles sehr, sehr unschön.
Dabei gibt es eine klassische Alternative: Ich fordere die Rückkehr von Beppo, dem Straßenkehrer aus Michael Endes Momo. Feierlich gelobe ich, mich mit dessen geschätzt 1500-fach niedrigerer „Produktivität“ zufrieden zu geben. Und alten Damen persönlich durch den Park zu helfen.

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