Bloody iPads, Bloody (Good) Journalism

Written By: Oliver Driesen - Jan• 27•12

Im International Herald Tribune, der Welt-Ausgabe der New York Times, konnte man  am 26. Januar ein Musterbeispiel für knallhart investigativen, aber fairen Journalismus über ein brisantes Wirtschaftsthema finden. Es ist traurig aus deutscher Sicht, diesen Artikel mit fast allem zu vergleichen, was hiesige Fachredaktionen anzubieten haben.

Thema waren die Arbeitsbedingungen in chinesischen Zulieferfirmen des mächtigen und erfolgreichen iPhone-Herstellers Apple. Zunächst schildert das Blatt in dem ganzseitigen Artikel übelste Verstöße gegen die Arbeitssicherheit der chinesischen Beschäftigten, von denen Apple-Manager die ganze Zeit gewusst hätten. Und dann folgt, mitten im Text, eine bemerkenswerte Offenlegung des Blattes, die zeigt, wie meilenweit es über den hierzulande üblichen journalistischen Standards steht:

„Wir haben Apple ausführliche Zusammenfassungen unseres Artikels zur Verfügung gestellt, aber das Unternehmen, das im Ruf der Geheimniskrämerei steht, verweigerte eine Stellungnahme. Unsere Berichterstattung basiert auf Interviews mit mehr als drei Dutzend heutigen oder früheren Angestellten und Zulieferern, davon ein halbes Dutzend heutige oder frühere Führungskräfte, die Apples Supplier Responsibility Group aus erster Hand kennen, sowie anderen Stimmen aus der Technologie-Branche.“

Wie würde das in Deutschland laufen? Ein Magazin, sagen wir der Spiegel, würde die Anzahl seiner Quellen nicht von sich aus auflisten. Und es hätte, wenn es sehr gut wäre, nicht 36 oder 40, sondern bestenfalls sechs bis acht Interviews geführt. Wenn es nur gut wäre, hätte es seinen ganzen Beitrag auf drei Gesprächen basiert. Und wenn es, wie die meisten, nicht gut wäre, hätte es erst gar nicht recherchiert oder lieber eine weitere lobhudelnde Hype-Geschichte über die voraussichtlichen Qualitäten des kommenden iPhone 5. Und dann hätte seine Redaktion mit Glück ein Expemplar als Testgerät vor dem Verkaufsstart erhalten.

Unmittelbar nach der Offenlegung, im weiteren Verlauf seiner Enthüllungsgeschichte, zitiert der Herald Tribune dann posthum den damaligen Apple-Chef Steve Jobs, der von deutschen Medien inzwischen als Heiliger verehrt wird:

„Ich denke wirklich, dass Apple einen der besten Jobs in unserer Branche macht, vielleicht sogar in allen Branchen, wenn es darum geht, die Arbeitsbedingungen bei unseren Zulieferern zu verstehen. Ich meine, man geht zu so einer Fabrik, und es ist halt eine Fabrik, aber, meine Güte, ich meine, sie haben dort Restaurants und Filmtheater und Kliniken und Swimming Pools, und ich meine, für eine Fabrik ist das eine ziemlich nette Fabrik.“

Soweit das ganz offensichtlich nicht durch eine Presseabteilung zuvor glatt geschliffene und politisch korrekt gehobelte und erst dann gnädig freigegebene, aber dafür umso erkennbarer authentische und live gesprochene Jobs-Zitat. Es stammt aus dem Mitschnitt einer Fachkonferenz, bei der Jobs im Jahr 2010 über die Frage der Beziehungen seines Konzerns zu seinen Zulieferern sprach.

Das Blatt schiebt diesem entlarvenden Statement nur einen lakonischen Satz nach, bevor es auf Fallbeispiel-Ebene weiter berichtet. Der Satz lautet:

„Andere, darunter Arbeiter in diesen Fabriken, räumen die Existenz der Cafeterias und medizinischen Versorgungseinrichtungen ein, bestehen aber darauf, dass die Bedingungen quälend (punishing) seien.“

Wie wäre das in der deutschen Presse gelaufen? Höchst wahrscheinlich gar nicht. So gut wie kein deutscher Medienvertreter wäre bei der fraglichen Konferenz anwesend gewesen oder hätte hinterher Zugang zu diesem Material erhalten. Ein sehr gutes investigatives Magazin aus Deutschland hätte Apple mit den Anschuldigungen auf der Basis von einer Handvoll O-Tönen konfrontiert. Apple hätte sich geweigert Stellung zu nehmen, das Magazin hätte dies seinen Lesern mitgeteilt und womöglich die begütigenden Sätze aus den Apple-Geschäftsberichten zum Thema Lieferantenbeziehungen gedruckt, um dann darauf zurückzukommen, dass die Realtiät aber anders aussehe. Eine ungeschützte, nicht von Jobs oder seinem Apparat kontrollierte Äußerung des Gurus selbst? Im Leben nicht.

Weiter hinten im Artikel – Apples fahrlässige Verstickung in die teilweise tödlichen Arbeitsbedingungen in China ist längst schmerzhaft deutlich geworden – bringt die Zeitung das Zitat des Präsidenten von Business for Social Responsibility, einer Initiative der US-Industrie, die den Konzern entlastet:

„Meine Kollegen und ich sehen Apple als ein Unternehmen, das einen wirklich ernsthaften Versuch unternimmt sicherzustellen, dass die Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern den Gesetzen, den Standards von Apple und auch den Kundenerwartungen genügen.“

Wäre dieses Statement in einem investigativen deutschen Medienbeitrag aufgetaucht? Zweifelhaft. Der Spiegel zumindest hätte es nicht gedruckt. Verfolgt er einmal die These, dass etwas skandalös ist, dann hat keinerlei ernst zu nehmende entlastende Aussage Platz in seinen Spalten. Es würde nicht ins  abgerundete Weltbild des Magazins passen. Und die Wettbewerber des Hamburger Magazins erheben sich erst gar nicht in den Stand, die iPhone-Heiligen kritiseren zu wollen.

Warum ist die Berichterstattung des Herald Tribune fair? Weil er seine Anstrengungen und den von ihm betriebenen Aufwand bei der Wahreitsfindung offenlegt und dem Leser so Gelegenheit gibt, die Glaubwürdigkeit der Anschuldigungen abzuschätzen. Weil er auch entlastende Zeugenaussagen zu ihrem Recht kommen lässt. Dann natürlich, weil er Apple Gelegenheit zur Replik gibt. Und weil er, als diese nicht kommt, dennoch ein umso authentischeres Selbstzeugnis des Konzerns zutage fördert, dieses sogleich von dritter Seite einordnen lässt und seine Leser dadurch zu transparenter Meinungsbildung befähigt – mit nebenbei vernichtender Wirkung für einen der mächtigsten Konzerne der Welt. Aber jetzt muss ich Schluss machen. Mein iPhone klingelt.

(Ausführlichere Version des Artikels, Kommentare aus China und ein Video hier.)

Triumph der Habgier

Written By: Oliver Driesen - Jan• 23•12

Nach der Schlecker-Pleite haben liberale Medien schnell Ihr moralisches Urteil gefällt. “Triumph des Guten” hieß beispielhaft ein Leitartikel im Wirtschaftsteil der Süddeutschen. Tenor: Da sehe man mal, dass es am Ende eben doch nicht honoriert werde, wenn ein Unternehmer seine Belegschaft ausbeute und terrorisiere, nur um möglichst billig verkaufen und möglichst viel Profit einstreichen zu können. Hingegen die expandierende Drogeriemarkt-Kette “dm”: Da werde der Mitarbeiter in den Mittelpunkt gestellt, da herrschten antroposophische Führungsprinzipien, da sei alles gut.

Nur: Wer hat denn nun gewonnen und wer verloren im Fall Schlecker? Verloren haben einzig die Frauen aus den “Leichtlohngruppen”, die nun gefeuert werden, weil mindestens hunderte von Filialen schließen. Sie hatten zwar schon vorher verloren, aber wenigstens nicht das kärgliche bisschen Geld, das etwa eine Alleinerziehende zum Leben bitter nötig hat.

Viel interessanter ist aber, wer gewonnen hat. Oder, um in der Sprache der SZ zu bleiben, “triumphiert”. Das ist nämlich – Tusch! – die Familie Schlecker. Der alte Anton ganz besonders. Oder wird er vielleicht jetzt enteignet? Werden Ihm seine Milliarden weggenommen, die er über Jahrzehnte aus seinem Manchesterkapitalistenkönigreich ohne Mitarbeiterrechte und -würde gepresst hat? Aber nicht doch. Er hat jetzt Ruhe, muss sich nicht mehr mit den Gewerkschaften und Medien und Arbeitsgerichten herumschlagen, kann weiter seine Kinder vorschicken zur Abwicklung der Restbestände, vielleicht sogar zum Weitermachen nach Brutalsanierung. Und kann das hart erarbeitete, gute Leben genießen. Die Villen, die Yachten, die Parties, whatever. Oder das stille Sitzen auf dem Geldsack, wenn es denn dem Geizhals eher beliebt. Oder sich gar noch als Opfer tragischer Umstände gerieren wie gewisse Damen aus dem Versandhandelsgewerbe. Dabei sind er, seine Kinder und deren Urenkel für den Rest des Lebens so rundheraus durchversorgt, dass sie ihr Vermögen aber auch bei äußerster Zügellosigkeit kaum noch loswerden könnten.

Asoziales Verhalten lohnt sich nicht? Aber sicher lohnt es sich, siehe Anton Schlecker. Nachwuchsunternehmer können – und werden – sich von diesem Beispiel eines effizienten Lebenswerks still und leise eine Riesenscheibe abschneiden, während sie zugleich Sonntagsreden über soziale Verantwortung halten werden. So wirkt Schleckers Triumph der Habgier sogar bis in die Nachwelt fort.

Neues vom Kuppler-Gewerbe

Written By: Oliver Driesen - Jan• 21•12

Auf diesem Plakat sehen wir zwei anspruchsvolle Persönlichkeiten:

Unter der langhaarigen Persönlichkeit steht:

Ich suche einen selbstbewussten Mann, der auch Unbequemes ausspricht.

Unter der kurzhaarigen Persönlichkeit steht:

Die passende Frau teilt meine Vorliebe für Bruschetta, Gnocchi und Zabaglione.

Nun treffen sich diese beiden Persönlichkeiten, deren Anspruchsprofile vom Parship-Computer als zu 99,98% miteinander kompatibel ermittelt wurden, zum ersten Date. Man speist beim Italiener, den die kurzhaarige Persönlichkeit ausgesucht hat. Kerzenlicht, Rotwein. Es entwickelt sich folgender Dialog.

Kurzhaarige Persönlichkeit: “Wie pfimdn Sie die Gnotschi?”

Langhaarige Persönlichkeit: “Ganz wunderbar, aber – wenn ich das sagen darf –  es wird ˈɲɔkːi ausgesprochen. Außerdem mag ich übrigens auch brusˈketːa und dzabaʎˈʎone, da teile ich offensichtlich ganz Ihre Vorlieben, wie mir Ihre Auswahl der Speisefolge anzeigt. Wenn allerdings jemand, der mir nahetreten möchte, Gnotschi sagt, vermute ich zufördert mangelnde Weltläufigkeit.”

Kurzhaarige Persönlichkeit: “Mit der Auffprache happn Sie natürlich Refft, Gnädipfte, meim Pfehler beruhte jedoch nur daraupf, daff ich gerade eine im Mump happ.”

Langhaarige Persönlichkeit: “Mit vollem Mund zu sprechen, lässt meines Erachtens auf mangelnde Herzensbildung schließen. Das ist jetzt sicherlich unbequem, aber ich sage es einfach mal. Zudem: Ein voller Mund bewirkt womöglich manchen ‘S’-Fehler, jedoch nur äußerst selten ‘ɔk‘-Fehler.”

Kurzhaarige Persönlichkeit: “Ebenso mag es vielleicht eine unbequeme Wahrheit sein, dass Sie  einer gewissen Pedanterie nicht abgeneigt erscheinen.”

Langhaarige Persönlichkeit: “Oh, das haben Sie jetzt schön gesagt! All mein Sehnen war stets darauf gerichtet, dass ein Mann selbstbewusst genug ist, auch mal Unbequemes auszusprechen.”

Kurzhaarige Persönlichkeit: “Das ist auch mein Anspruch an mich. Mein Anspruch an Sie ist, dass Sie meine Vorliebe für Bruschetta, Gnocchi und Zabaglione teilen.”

Langhaarige Persönlichkeit: “Gesprochen oder geschrieben?”

Kurzhaarige Persönlichkeit: “Gegessen.”

Am 11.11.2011 haben die beiden Persönlichkeiten eine anspruchsvolle Ehe geschlossen.

 

Carpe Diem

Written By: Oliver Driesen - Jan• 16•12

Doch doch, manchmal gelingt den Online-Werbern ein kleines Kabinettstück der Platzierung, für das man sie auch mal kurz bewundern darf:

Morgenwunder bei McDonald’s

Written By: Oliver Driesen - Jan• 13•12

Diese Geschichte hätte so nicht passieren dürfen, da könnte ja jeder kommen. Da wäre ja die Welt gar nicht mehr berechenbar. Ich bin gerade mit dem Nachtzug in Luzern in der Schweiz angekommen, es ist 8 Uhr morgens, die mir völlig fremde Stadt hinter der Glasfront des Bahnhofs liegt noch im Dunkeln. Es ist winterkalt. Ich habe keine Franken in der Tasche, nur Euro, keine Wechselmöglichkeit in Sicht. Wohin geht man in dieser Situation? Gleich gegenüber vom Bahnhof leuchtet das gelbe McDonald’s-Emblem, dort gibt es auch ein so genanntes McCafé mit Frühstücksangeboten. Eine US-imperialistische Junkfood-Bastion natürlich, aber eine Insel der Vertrautheit doch. Vielleicht kann man dort seinen Kaffee mit heimischem Geld bezahlen.

Ich trete ein und bin an diesem Morgen der einzige Kunde, schon das ist merkwürdig. Hallo, Schweizer? Viele von euch sind auf dem Weg zur Arbeit, dies hier ist die Bahnhofsgegend, der Nabel der Stadt – müsst ihr nicht frühstücken? Nein, sie müssen offensichtlich nicht.

Die junge Frau hinter der Theke ist recht klein und recht morgengrau, aber dann lächelt sie, und sie hat ein hübsches Lächeln. Ich darf tatsächlich mit Euro zahlen und werde das Wechselgeld in Franken erhalten. Och, das ist ja nett. Und dann bereitet sie einen Cappuccino zu, immer noch lächelnd, mit bedächtig präzisen Bewegungen. Es dauert, aber ich habe Zeit. Schließlich zaubert sie auf die Milchschaumhaube ein zunächst spiralförmiges Ornament aus einem dunklen Sirup aus einer Flasche. Mit einem Löffelstiel zieht sie aus den Spiralarmen sternförmig auseinanderstrebende Abzweigungen. Es dauert nun schon fünf Minuten. Eine E-WIG-KEIT im Fast-Food-Business, während ich hinter ihr die bösen Geister unsichtbarerer McDonald’s-Manager mit Stoppuhren herumfuchteln zu sehen meine. Aber wir sind hier in der Schweiz. Wir sind alleine zu zweit. In dieser Filiale am Morgen um acht, in dieser winterlichen Stadt, auf dieser kalten Welt. Es wird der prächtigste Cappuccino aller Zeiten, mit einem Kranz aus Blütenblättern aus dunklem Sirup auf weißem Milchschaum. Sie lächelt immer noch. Ich bin bezaubert.

Dann sitze ich im Loungesessel vor meinem Plastiktablett mit dem flüssigen Wunderwerk und bin der einzige Kunde und dies ist das doofe McDonald’s und ich fühle mich wunderbar. Und in dieser Stimmung mache ich eine falsche Bewegung und reiße die noch fast volle Tasse um und ein Schwall brauner Brühe ergießt sich über den Tisch und meine Taschen und den Fußboden. Ich springe auf. Ich renne zu ihr, wohin sonst, und frage nach Servietten oder einem Aufnehmer. Das mache sie schon, lächelt sie, und ob ich einen neuen Kaffee wolle. Ich aber insistiere, dass ich meinen Dreck schon selbst wegmachen will, und während ich noch mit dem nassen Lappen wische und tupfe, bringt sie mir ein neues Cappuccino-Wunderwerk mit einem völlig neu verlaufenden Sirup-Muster, diesmal wellenförmig. Und will kein Geld dafür. Und lächelt immer noch. Nicht zu fassen.

Da sitze ich dann in meinem Loungesessel in einer verdammten McDonald’s-Filiale und ich bin immer noch der einzige Kunde und dies ist eine fremde Stadt in einem fremden Land und ich fühle mich super und passe ganz fest auf, keine falsche Bewegung zu machen und da – da kommt eine korpulente Polizistin zur Tür herein. Sie bestellt irgendwas zum Frühstück. Ich bin nicht mehr der einzige Kunde. Und die Welt beginnt sich unerwartet wieder zu drehen.

P.S.

Das Personal bekommt das Lächeln im Grundseminar “Kundenfreundlichkeit” eingebläut? Den Trick mit den Sirupblütenblättern haben Marketingstrategen in psychologischen Verkaufsstudien entwickelt? Blablabla, mir doch egal!

Alles Lüge!

Written By: Oliver Driesen - Jan• 11•12

 

Lesen Sie im nächsten Teil unserer Warentest-Serie:

Tempotaschentücher werden auch immer langsamer.

Nach dem Euro (4)

Written By: Oliver Driesen - Jan• 07•12

“Subsistenzwirtschaft” bezeichnet eine autonome, von anderen Personen, Gemeinschaften, Institutionen oder Staaten unabhängige Lebensführung oder Wirtschaftsweise. Danke, Wikipedia. Für den Fall, dass wir demnächst ohne Währung (oder auch nur ohne Geld) dastehen, müssen wir dank der Subsistenzwirtschaft unseres Sohns jedenfalls schon mal nicht auf gesunde Vitamine verzichten. Denn irgendwann im Sommer hat er die Kerne von Cocktailtomaten vorausschauend in zwei Blumentöpfe mit Erde gesteckt und auf den Balkon gestellt. Hachja, niedlich, der Kleine, dachte ich. Kinder halt. Wollen was wachsen sehen, auch wenn es nur zehn Zentimeter groß  und dann von Blattläusen, mangelnder Bewässerung oder kindlichen Grausamkeiten zur Strecke gebracht wird. War natürlich auch ohne jede Rücksicht auf die Jahreszeiten, die Aktion. Wo doch, wie jeder weiß, der Landwirt im Märzen die Felder bestellt.

Doch im Herbst sahen die Pflanzen, inzwischen vor drohendem Frost in das Zimmer des Sohnes verfrachtet, so aus:

Und im Detail so:

Schön, schön, sagte ich in Abwesenheit des Sohns zu meiner Frau, schade nur, dass er niemals in der Lage sein wird zu ernten, was ihm diese entzückenden Blüten hier vorgaukeln. Weiß doch jeder, dass diese Pflanzen demnächst unter ihrer eigenen Last zusammenbrechen werden, weil die Fruchtstände viel zu schwer für die zarten Stängel sein werden und nun außerdem die lichtlose Hamburger Winterzeit bevorsteht (wir leben mitten in der Stadt im zweiten Stock, da dauert der Winter gefühlt sechs Monate, wobei die maximale Tageslichtstärke zur Mittagszeit einem vollständig gedimmten Handydisplay gleicht).

Und außerdem fuhren wir ja noch in den Winterurlaub, direkt nach Heiligabend. Der Sohn hatte sich von seinen Pflanzen verabschiedet wie von einem todgeweihten Großvater, auf unseren guten Rat hin. Eine Nachbarin erklärte sich allerdings bereit, sämtliche Zimmerpflanzen zu gießen, bis wir im neuen Jahr wiederkehren würden. Sie sahen schon recht traurig vergilbt aus, die Tomatenpflanzen, wie mir schien.

Gestern nun sind wir zurückgekommen. Was wir fanden, war das hier:

Noch am selben Abend schritt unser Sohn zur Test-Ernte, dem Tschibo-Onkel gleich, der einige Kaffeebohnen prüfend über die Plantage schreitet.

Und so kann ich heute sagen: Tolle Sache, diese Subsistenzwirtschaft. Wir haben bereits herrliche Cocktailtomatengerichte auf dem Teller gehabt. Unser Sohn neigt da zu puristischen Arrangements. Sie mögen vielleicht die Vielfalt einer Ernährung auf Euro-Basis nicht völlig ersetzen. Aber hey: Es sind autonome Hamburger Tomaten aus dem zweiten Stock. Im Winter.

 

Sorry, Steve: Vom Lesen hast du wenig verstanden. Eine E-Reader-Kritik.

Written By: Oliver Driesen - Jan• 04•12

Es ist kein Zufall, dass ich als erstes Buch auf meinem ersten E-Book-Reader, einem Amazon Kindle, die Steve-Jobs-Biographie von Walter Isaacson lese. Darin geht es um einen Mann, der sein Leben dem Vereinfachen und Perfektionieren elektronischer Geräte widmete, um dem Nutzer größtmöglichen Nutzen zu bringen. Dass der Mann dabei rein menschlich überall verbrannte Erde hinterließ, fasziniert mich mit am meisten an ihm und seinen geschäftlichen Erfolgen: Es mussten sozusagen eine Million Tränen fließen, damit iPad-User heute so stolz und zufrieden sein können, wie sie es sind. Ich sage damit nicht, dass ich diesen humanitären Preis in Ordnung finde.

Und  je länger ich lese und je öfter ich die wenigen Tasten drücke und je mehr ich meinen Kindle in Alltag und Urlaub mit mir herumtrage, desto klarer wird mir auch die mehrfache Ironie meiner Auswahl eines Gerätes für Lesezwecke.

Ich besitze und nutze ein iPhone, an dem ich mittlerweile beinahe festgewachsen bin. Ich besitze und nutze ein MacBook Pro und einen stationären iMac, an denen inzwischen mehrere Bücher sowie unzählige Artikel und Konzepte entstanden sind. Ohne diese drei Geräte des Apple-Konzerns, der mitbegründet und in einem Tränenmeer zu Höchstleistungen angetrieben wurde von einem gewissen Steve Jobs, ist mein wirtschaftliches und soziales Leben kaum noch denkbar. Aber ich lese meine elektronischen Bücher nicht auf einem iPad. Ich habe keines und sehe bis heute keinen Grund, mir eines zuzulegen.

Natürlich weiß ich, dass Amazons Unternehmensphilosophie kaum weniger problematisch ist als Apples. Amazon hat schon viele Negativschlagzeilen produziert, was die Behandlung und Entlohnung seiner Arbeitnehmer angeht. Auch Amazon verlangt von Verlagen eine Irrsinns-Provision dafür, ihnen eine elektronische Verkaufsplattform zur Verfügung zu stellen. Auch Amazon hat als oligarchischer Anbieter mit quasi-monopolistischen Zügen ein ungemein gefährliches Zensur-Potenzial bei Inhalten, die puristischen US-Managern als sexuell zu freizügig oder religiös zu unchristlich erscheinen. Und mit Amazon begibt man sich ein ein ebenso bösartig geschlossenes System, was die Bezugsquellen von Büchern angeht, wie es Apple darstellt. Einfach gesagt: iPad-User müssen bei Apple kaufen, Kindle-Nutzer bei Amazon. Auf Gedeih und Verderb. All das macht mich nicht glücklich, und könnte ich mit bloßer Publicity dazu beitragen, diese Zustände zu ändern, ich würde es versuchen.

Aber es gibt ein paar Dinge auf der reinen Produktebene, mit denen mich der Kindle regelrecht in einen Bann geschlagen hat. Im Gegensatz zum iPad. Steve Jobs würde sich im frisch geschaufelten Grab umdrehen, wenn er das lesen würde – sorry, Steve: Wer sich viel bewegt, bleibt dafür länger jung. Oh.

Drei Dinge fesseln mich an den Kindle: die Reduziertheit, die Leichtigkeit und die elektronische Tinte. Ein auf E-Tinte basierendes Display bedeutet zunächst, dass nichts leuchtet und nichts flimmert. Es steht da, so ruhig wie eine von Gutenberg selbst mit beweglichen Lettern gesetzte Buchseite. Nur eben nicht für immer. Sondern mit einem Tastendruck wechselt der Inhalt – um dann ebenso ruhig dazustehen, bis ich ihn konsumiert habe. Der Kindle  schießt mir dabei kein Licht in die Augen. Er verbraucht also kaum Energie, außer eben in den kurzen Momenten des elektronischen Umblätterns. Blättere ich nicht, ist der Stromverbrauch: Null. Der Akku hält wochenlang, zumal bei abgeschaltetem WLAN, das man eh nur braucht, wenn man ein neues Buch kaufen und laden will. Toll! Es rattert kein Stromzähler beim Lesen, es oszillieren keine Display-Frequenzen. Es herrscht Ruhe. Bereits das ist um so vieles näher am Kern des Lese-Erlebnisses als alles, was der niemals zur Ruhe kommende Alleskönner und Allesgleichzeitigmacher iPad anzubieten hat.

Und damit bin ich bei der Reduziertheit. Steve Jobs, der am Zen-Buddhismus Geschulte, hätte es wissen können: Nicht alles gleichzeitig Machbare macht auch Sinn. Beim Kindle kann ich nur: lesen. Und ich komme zur Ruhe dabei, zu der Art von Ruhe, die ein Leser braucht. Zu einer schwarzweißen Ruhe, denn mein Kindle kann keine Farbe. Nimm das, Apple: keine Farbe!

Indes bastelt Amazon an einem Internetbrowser für den Kindle und fragt mich, ob man damit weitermachen solle. Nein, sage ich kurz und bündig. Ich will nicht in die Versuchung kommen zu surfen. Ich will lesen. Ich will in einem, einem einzigen Buch versinken. Und auch keine emails dabei checken. Ich will auch keinen Kindle Touch, den es in den USA schon gibt, und keinen Kindle Fire, bei dem alles so schön bunt ist. Ich finde dieses Retro-Schwarzweiß der E-Tinte wunderbar. Es müsste überhaupt viel mehr Schwarzweiß auf der Welt geben – eines, das auch Grautöne ermöglicht wie der Kindle. Und nein, ich will keine prachtvollen Fotobände oder den Katalog einer Malereiausstellung auf dem Kindle lesen. Die kaufe ich mir auf Papier. Auf dem Kindle will ich lange, lange Texte lesen, die aus schwarzen elektronischen Buchstaben auf weißem elektronischen Papier bestehen.

Diese Bücher sind im allgemeinen dick und schwer. Mein Kindle nicht. Er ist so groß und so dünn wie ein Briefumschlag und dabei so leicht wie eine Tafel Schokolade. Selbst dann, wenn darauf 1000 Bücher gespeichert sind. Man merkt gar nicht, dass man ihn bei sich trägt, und ist beim Wiederfinden freudig überrascht. Das iPad hingegen wiegt mehr als 600 Gramm. Nach fünf Minuten beginnt die Hand zu lahmen, die es hält. Und weil es um so vieles komplexer und multifunktionaler ist, weil es die digitalen Inhalte eines ganzen Benutzerlebens aufnimmt und nicht nur eine Bibliothek, nimmt man es auch nicht mit in die Badewanne. Den Kindle schon, ich jedenfalls. Er liegt so locker in der Hand, kostet so viel weniger und scheint so schlicht, dass die psychologische Barriere gegen Badewannennutzung viel niedriger ist.

Und etwas, das ich mit in die Badewanne nehme, das gehört wirklich, wirklich zu mir.

Also, Jobs-Nachfolger Tim Cook, das ist die Situation: Ein Apfelreader, der den Badewannentest besteht, auf elektronischer Tinte beruht, kaum etwas verbraucht, viel weniger kostet, viel fokussierter ist, viel leichter und kompakter, viel schwarzweißer, viel angenehmer in der Hand liegt und viel weniger sagt: Ich kann alles, dominiere alles und bin aus einem einzigen Klumpen Aluminium gesägt – nur solch ein Gerät wird meinen Kindle aus meiner Badewanne verdrängen. Kriegst du das hin, Tim? Auf die nette Art?

Ich und das Geld der Space Nazis

Written By: Oliver Driesen - Dez• 22•11

O.K., der Jahresrückblick fällt diesmal kurz aus. Wulff, Korruption, Banken, noch mehr Korruption, Fukushima, Frauenfußball-WM, noch mehr Korruption (FIFA!) – wer will das alles ein weiteres Mal lesen. Also etwas anderes, etwas Erfreulicheres: Nazis.

Nicht das Pack aus Zwickau. Ich rede von Space Nazis. Jawohl, Nazis von der dunklen Seite des Mondes. Ihr Führer heißt Wolfgang Kortzfleisch. Und wahrlich, ich sage euch: Das sind gute Nazis! Nein, ich bin nicht jahresendbetrunken. Es ist nämlich so – ach, schaut doch erst mal diesen Filmtrailer hier:

Denn es geht um diesen Film: Iron Sky. Eine absurde, göttlich groteske Science-Fiction-Comedy, Deutschlandpremiere im Juni 2012. Ganz kurze Inhaltsangabe: Die Nazis sind 1945 auf die Rückseite des Mondes geflüchtet, haben dort über die Jahre eine hakenkreuzförmige Raumstation gebaut, UFOs und Luftschiffe in Massen produziert und kommen mit dieser Space-Streitmacht 2018 auf die Erde zurück, um uns alle – ähm, was Nazis halt so tun.

So weit, so irre und irre komisch. Jetzt aber das eigentlich Innovative: Der Film wird von einem Haufen verrückter Finnen produziert, die den lächerlich winzigen Etat von 7,5 Millionen Euro zusammengekratzt und damit nicht nur geniale CGI-Effekte zum Leben erweckt, sondern auch namhafteste Schauspieler verpflichtet haben. Na ja, also immerhin Udo Kier zum Beispiel. Und von diesem Mini-Budget stammen etwa eine Million Euro aus so genanntem Crowdfunding, das ist der letzte Schrei der Filmfinanzierung. Fans aus dem Internet, die an das Projekt glauben, schicken Geld und erhalten dafür Anteile an den Erlösen des Films. (Gerade heute kam die Meldung, dass die Produktionsfirma Brainpool für die Filmversion von “Stromberg” innerhalb einer Woche ebenfalls eine Million Euro eingesammelt hat.)

Und weil die Lage des Euro und der Welt und des Finanzsystems und der globalen Wirtschaft so unfassbar bescheiden ist, wie sie nun mal ist, habe ich lange hin und her überlegt und beschlossen: Statt mein schönes Geld z.B. in Aktien der Deutschen Bank zu investieren (was ich nicht wirklich vorhatte) oder es gleich zu verbrennen, gebe ich es den Space Nazis zur gefälligen Vermehrung (des Geldes, nicht der Braunen). Im Gegenzug besitze ich jetzt ungefähr 0,000000xyz Prozent der Filmerlöse. Wenn das Ganze also auch nur ein annähernd vergleichbarer Welterfolg wird wie 2010 die südafrikanische Billigproduktion “District 9″, die weltweit rund 210.000.000 Dollar einspielte, dann: Bahamas, ich komme!

Wenn er allerdings ähnlich flopt wie, sagen wir, die aktuelle Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten, dann sehe ich meine schönen x.xxx.xxx,xx Euro nie wieder (Anm. d. Red.: Bitte ignorieren Sie die willkürliche Anzahl der x-förmigen Symboldarstellungen).

Aber selbst dann werde ich mich rühmen dürfen, etwas Ungeheures im Leben erreicht zu haben: meinen Namen im Abspann des irrwitzigsten Space-Nazi-Movies aller Zeiten. Denn das ist der mehr als handfeste Dank der Produzenten an einen jeden Investor. Ist es nicht zu und zu schön, dass man jetzt sogar noch aus Nazis Ruhm und/oder Profit schlagen kann? Jawoll, mein Führer Kortzfleisch!

Das Ende ist nah: Eine stille Tragödie in zehn Bildern

Written By: Oliver Driesen - Dez• 11•11

Eines Mittags, kurz vor Jahresende, bin ich nur kurz über die Kreuzung beim EDEKA- Markt Ünüvar (vormals Spar-Markt Ünüvar, vormals Konsumgenossenschaft “Produktion”) und finde im Regal keinen Dosenmais mehr. Da klafft eine kleine Lücke, die da nicht hingehört. Ich frage den Verkäufer, warum da kein Mais ist, und er sagt mir beiläufig, man kaufe jetzt keine Neuware mehr ein.

Warum nicht, frage ich, alarmiert von der mitschwingenden Differenz zwischen Beiläufigkeit und Fakt. Weil wir in drei Wochen sowieso schließen, sagt er. Wie, schließen, frage ich, in der Hoffnung auf Betriebsferien als Antwort, die es aber hier in den zwölf Jahren Ünüvar noch nie gab, so weit ich mich erinnere.

Na ja, sagt er, wir machen zu, Ende, aus. In einem Jahr wird das ganze Haus hier sowieso abgerissen, der Laden läuft nicht mehr so gut mit Lidl und Penny in der Nähe, der Chef ist auch krank, also machen wir zu. Das könnt ihr doch nicht machen, will ich sagen, wo soll ich denn dann so bequem mal eben Milch fürs Frühstück holen, aber ich besinne mich und sage, und das stimmt natürlich umso mehr: Ja, aber was ist denn dann mit den Alten, die hier wohnen, sollen die denn all die Treppen runter bis nach Untenhamm, um beim Lidl einzukaufen?

Er zuckt mit den Schultern. Viele seien ja in letzter Zeit weggestorben, sagt er, auch deshalb laufe das Geschäft nicht mehr, die Alten hätten den Laden getragen, die Jungen schauten auf den Cent und kauften beim Discounter, da könne man nicht mithalten preislich. Und das Haus aus den frühen Sechzigern sei durch und durch marode, da mache der Eigentümer nichts mehr dran, die Elektrik sei noch original, das sehe man ja selbst.

Und was macht ihr dann, frage ich, kriegt ihr denn alle in eurem zweiten Laden in der Süderstraße Arbeit? Nein, nur einer hat da einen Vertrag gekriegt, sagt er, der Laden da ist doch nur halb so groß, wir anderen bewerben uns halt, wird sich schon was finden. Aber ist nicht dasselbe wie im Familiengeschäft, sage ich. Nee, nicht dasselbe, sagt er und beendet die Zigarettepause.

Die Renovierung hätte 35 000 Euro gekostet, also aus eigener Tasche, das hätte sich nicht finazieren lassen, erfahre ich noch, wo doch der Eigentümer hier sowieso in einem Jahr den Abrissbagger holt. Wird das Ding also leer stehen, so irre ist ja keiner, dass er das für ein Jahr mietet. Keiner weiß, was danach stattdessen hier gebaut werden soll, teure Wohnungen vermutlich, ein Lebensmittelladen jedenfalls sicher nicht mehr.

In der Zwischenzeit hat sich das Gehörte in meinem Kopf zu einem überraschend starken Gefühl von Verlust verdichtet. Nicht nur, weil damit ein Stück lokale Handelsgeschichte endet. Sie hatte lange vor meiner Zeit hier mit einem Lokal der stolzen Konsumgenossenschaft “Produktion” begonnen, dieser ur-hamburgischen Errungenschaft der kleinen, aber stolzen Leute aus Vorkriegszeiten. Nein, dieser Laden gehörte zu unserem “Umfeld”, unserer engsten Nachbarschaft, hier haben wir viele hundert Mal eingekauft in neun Jahren, es ist beinahe ein Eingriff in die Privatsphäre. Ein zerstörender Eingriff.

 

Es ist auch die Architektur dieses Flachbaus, die mir immer schon gefallen hat. Schlicht, klar, luftig, mit einer optimistisch bemessenen Dach-Veranda und diesem elegant schwebenden Wendeltreppenhaus, das hoch zur Wohnung oder zur Arztpraxis führt, ich war da in all den Jahren nie drin. Aber jetzt ist da dieses Verlustgefühl. Dass das alles ab Neujahr nur noch leere, verrottende Hülle sein soll, schwer zu glauben.

Ich weiß auch nicht, wo dann der alte Herr Meier hin soll, der vorn gleich hinterm Eingang bei den Einkaufswagen häufig als einer der letzten Kunden des Abends herumhängt und das Personal mit den immergleichen, immer zu lauten Wortschwällen über die Welt und die Weiber nervt oder amüsiert, je nach Tagesform. Sie hatten Übung darin, souverän über alle seine Ausfälligkeiten hinweg zu hören, und ihm verschaffte es Erleichterung. So kam jeder zurecht.

Die Alten, die gar nicht mehr laufen könnten, sagt der Verkäufer noch, die werde man weiterhin auf Bestellung beliefern, auch von der Süderstraße aus. Das sei geregelt. Ich komm vorher noch mal und mach ein paar Bilder, wenn’s recht ist, sage ich. Und wenn dann Silvester ist und Neujahr, wird es ein anderes Jahr sein und ein klein wenig anderes Stadtbild und ein klein wenig anderes Leben, ein kälteres, anonymeres, uniformeres. Ich werde die Treppe nach Untenhamm nehmen und ganz tief zum Lidl hinabsteigen und die Milch holen, die gottverdammte Litertüte Milch.