Szenario für morgen

Das nur mal nebenbei:

Morgen, am 10. Oktober, ist der Jahrestag der Gründung der nordkoreanischen „Arbeiterpartei“.

Kenner des Landes halten es für möglich, dass der Gewaltherrscher Kim Jong-un diesen symbolischen Tag nutzt, um als weitere Machtdemonstration gegenüber den USA eine Langstreckenrakete testen zu lassen, die auch US-amerikanisches Festland erreichen könnte.

Auf dieses Event jiepert seit Wochen der nach übereinstimmender Einschätzung führender Psychologen knallverrückte amerikanische Wahnsinnsherrscher Donald Trump. Schon im Wahlkampf hatte er mehrmals – öffentlich dokumentiert – gefragt, warum man Atomwaffen denn nicht auch einsetzen könne, wenn man sie schon zu Tausenden besitzt.

Der Test würde Trump den letzten Vorwand bieten, einen „präventiven“ atomaren „Enthauptungsschlag“ gegen, sagen wir, vermutete Atomwaffenstandorte in Nordkorea abseits der großen Bevölkerungszentren zu führen. Also zum ersten Mal seit 72 Jahren Atomwaffen gegen einen angenommenen Gegner einzusetzen.

Trump ist psychisch derangiert, minderbemittelt und soziopathisch genug, schon morgen (d.h. in den nächsten 24 Stunden) Atomwaffen gegen Nordkorea einzusetzen. Er hat dann ja, in seiner Wahrnehmung, nicht angefangen. Und er hat immer wieder gewarnt: Man werde Nordkorea mit „fire & fury“ von der Landkarte putzen, es herrsche dieser Tage nur die Ruhe vor dem Sturm, es gebe nur ein Mittel (aber er sage nicht welches, ätsch!) gegen Nordkorea, und der eigene Außenminister verschwende seine Zeit bei Verhandlungen mit Nordkorea. Fast unmöglich, diesen Worten nicht Taten folgen zu lassen, ohne „das Gesicht zu verlieren“.

Für Trump in seiner kranken Weltsicht hat ein solcher Schlag vermeintlich mehrere glasklare Vorteile:

  • Er lenkt ab von den immer näherrückenden Untersuchungsergebnissen zum Einfluss Russlands auf die Ergebnisse der US-Wahl;
  • er gibt ihm Gelegenheit, endlich mal das interessanteste und geheimnisvollste Spielzeug auszuprobieren, das man ihm geschenkt hat: den „nuklearen Fußball“ mit den Angriffscodes.
  • er bringt hervorragende Einschaltquoten und löste in der Vergangenheit den Reflex der Amerikaner aus, sich um ihren „Kriegspräsidenten“ zu scharen;
  • er beweist aller Welt unwiderlegbar, dass sich Trump Dinge traut, die kein anderer US-Präsident und insbesondere nicht Obama gewagt hat;
  • er trifft weder Trump persönlich noch seine Tochter noch irgendjemanden aus seiner weiteren Sippe;
  • und er beweist, dass Trump den längsten nuklearen Pimmel der Welt hat.

Vor allem der letzte Punkt dürfte den „Präsidenten“ von der Genialität seiner strategischen Planungen überzeugt haben. Vielleicht lachen Sie jetzt darüber, aber vielleicht laufen auch die letzten 24 Stunden der Zivilisation, wie wir sie kennen.

Denn wenn Donald Trump erst die Einsatzkoordinaten an seine obersten Generäle gibt, läuft die Befehlskette ganz automatisch und unaufhaltsam bis zu den Waffenoffizieren nach unten durch, welche die Raketen oder Bomben auslösen. Keine Instanz, kein Kongress, kein Verfassungsorgan ist dann noch willens oder in der Lage, daran etwas zu ändern oder Einspruch zu erheben. Die Waffen gelangen ins Ziel.

Danach verzweigt sich das Szenario: Entweder die Amerikaner schalten alle atomaren Stellungen der Nordkoreaner aus, dann ergibt sich entweder das Regime oder es wird von der eigenen, unterdrückten Bevölkerung weggefegt, oder es hält sich in seinen Bunkern am Leben und lässt alle seine konventionellen Raketen und Geschosse auf Südkorea und/oder Japan niederregnen, wodurch ein regionaler Krieg entstünde, der allein in den ersten Stunden -zigtausende Todesopfer bedeuten würde.

Oder den Amis entgeht doch eine atomar bestückte Langstreckenrakete, die sich dann auf den Weg Richtung US-Westküste macht und dort im Falle, dass sie den Wiedereintritt in die Atmosphäre übersteht, eine Millionenmetropole auslöscht.

In jedem Fall sind dann Ziele anfliegende Atomraketen bzw. aufquellende Atompilze auf den Radarschirmen der übrigen nuklearen Mächte zu sehen, die für diese Situationen über gut gedrillte Mannschaften in den stets alarmbereiten unterirdischen Silos und Kommandozentralen verfügen. Und im Zweifelsfall nur über Minuten, um die richtige Entscheidung zu treffen.

Genießen Sie die nächsten 24 Stunden. Machen Sie vielleicht das, was Sie immer mal machen wollten.

Und wenn wir übermorgen alle noch hier sind, geht Donald Trump in die nächste Runde.

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In your face, Steuerzahlerbund!

Meine Damen und Herren, liebe Kinder, sehr geehrte Hamburger Pfeffersäcke! So sieht Verschwendung von Steuergeldern aus:

Fand zumindest der Bund der Steuerzahler bei der Vorlage seines neuen „Schwarzbuchs“ kürzlich in Berlin. „Kunstfreiheit hin oder her – es ist ein eklatanter Fall von Verschwendung, wenn aus Steuergeldern finanziertes Blattgold an eine Hauswand geklebt wird“, konstatierte der Verein. Es geht um die Vergoldung dieses Sozialwohnungsblocks auf der Veddel, einem der ärmsten Hamburger Stadtteile mit einem Migrantenanteil von vielleicht 80 Prozent.

Satte 85.000 Euro seien hier verschwendet worden, denn profitiert hätte davon vor allem der Künstler Boran Burchhardt, nicht aber die Anwohner. So der Steuerzahlerbund.

Ach ja? Woher weiß das denn der Steuerzahlerbund? Mal gesprochen mit den „Anwohnern“? Natürlich nicht. In welcher Sprache denn auch. Er spricht weder Albanisch noch Russisch noch Arabisch noch Türkisch. Aber er weiß: Die Anwohner profitieren nicht. Klar, denn Blattgold kann man nicht von der Fassade kratzen und in die Suppe tun.

Blattgold kann man nicht in die Suppe tun.

Und doch stehen sie plötzlich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Ihr Haus wird fotografiert. Nicht nur von mir, sondern zeitgleich (!) auch von anderen, gut bürgerlich aussehenden Sonntagstouristen aus den besseren Stadtteilen, die es sonst nie, niemals auf die Veddel verschlagen hätte. Da wird diskutiert, da werden kleine Details beachtet, da wird wahrgenommen. Erstmals wahrgenommen, was sonst immer im Schatten verborgen geblieben wäre.

Sehen Sie, da ist sie wieder: unsere Geteilte und Hansestadt Hamburg. Auf der einen Seite weiße Villen und grüne Gärten, auf der anderen Seite monotone Rotklinkerblocks, so weit das Auge reicht. So gehört das, so geht die Hamburger Apartheid. Und niemand hat daran was zu ändern.

Als ich vor vielen Jahren nach Hamburg zog, da war eine der ersten Lebensweisheiten, die man mir hier mitgab: „In den roten Häusern wird das Geld gemacht, und in den weißen Häusern wird das Geld gezeigt.“ Das ist die Grundordnung des Hamburger Universums. Kratzt jemand daran (oder am Blattgold), dann droht die Sonne sich nicht mehr um die Erde zu drehen. Dann ist Revolution oder Schlimmeres.

In den roten Häusern wird das Geld gemacht, und in den weißen Häusern wird das Geld gezeigt.

Bei den anderen vier Hamburger Steuerverschwendungsprojekten, die es ins bundesweite Schwarzbuch geschafft haben, ging es zwar um teils sehr viel höhere Beträge. Aber da war zumindest das Bürgertum unter sich, um sich die Pfründe von Konto X zu Firma Y gegenseitig zuzuschanzen, wie es sich für eine ordentliche Steuergeldverschwendung gehört.

Aber jetzt? Jetzt wohnen die Daniuns und die Vardars und die Barakats und die Duczeks dieser Welt plötzlich in einem goldenen Haus! Und haben doch gar keine Verdienste um unsere schöne Freie und Hansestadt erworben. Und sind in keinem Senatsarbeitskreis, in keinem Ausschuss der Bürgerschaft, in keiner Patriotischer Vereinigung und in keinem Anglo-German Club je gesehen worden. Am Ende zahlen die nicht mal Steuern!

Ja, Herr Geheimrat, darf denn das sein? Nein, Frau Konsul, das geht gar nicht! Das Pack, es könnte aufmüpfig werden bei so viel Glanz vor Augen. Ich sage immer: Krieg den Hütten, Frieden den Palästen!

Aber wissen Sie was? Der Pöbel, er wird ganz schnell ersticken an seinem vermeintlichen Reichtum, der nicht mal den Immobilienwert steigert. Das gemeine Volk kann doch damit gar nicht umgehen.

Sehen Sie, Herr Landgerichtsassessor, ich sage das nicht gern, aber da hat schon jemand das böse F-Wort in das Blattgold geritzt. Und ein Graffito (die einfachen, ungebildeten Menschen sagen ja gerne fälschlich „Graffiti“ im Singular!) verunziert auch schon die hauchdünne Oberschicht. Verstehen Sie: Oberschicht, als scherzhafter Begriff für das von unseren Steuergeldern aufgetragene Blattgold. Am Sozialwohnungsblock. Köstlich, nicht?

Das vergeht, Frau Konsul, das vergeht.

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Tipp zum Tage

Unzufrieden mit dem Wahlergebnis?

Ihre Mannschaft hat am Wochenende gegen Fortuna Düsseldorf verloren?

Nase schief, Silberblick, ungesunde Gesichtsfarbe?

Machen Sie es wie dieser kleine grüne Freund hier:

Strecken Sie dem Leben die Zunge heraus und lassen Sie mal alle Fünfe gerade sein!

Morgen ist wieder ein neuer Tag.

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