Verkettung günstiger Umstände: Wie „Bildungsketten“ helfen

Viele Jugendliche, meist aus problematischen Familien und sozial schwächeren Schichten, würden ohne systematische Unterstützung keinen Schulabschluss erlangen. Und damit auch keinen Ausbildungsplatz. Ab da würde sich die häufig beschriebene Abwärtsspirale drehen – doch es gibt Auswege.

Das Konzept „Bildungsketten“ des Bundesbildungsministeriums stellt benachteiligten Schülern bei Gefahr eines Schulabbruchs unter anderem ab der 8. oder 9. Klasse so genannte „Berufseinstiegsbegleiter“ an die Seite. Von dem bürokratischen Wort sollte man sich nicht abstoßen lassen: Diese berufserfahrenen und pädagogisch qualifizierten Männer und Frauen betreuen die Jugendlichen individuell, helfen ihnen bei der Bewältigung von Schul- und Alltagsproblemen, sorgen auch ganz grundsätzlich dafür, dass der Tag strukturiert und der Unterricht regemäßig besucht wird – mit Frühstück im Magen. Die Begleitung endet erst nach dem ersten Ausbildungshalbjahr, wenn sie Tritt gefasst haben.

Im Auftrag des Bundesinstituts für Berufsbildung haben der Fotograf Achim Multhaupt und ich zwei Jugendliche in einem Rostocker Plattenbau-Viertel besucht und die „Verkettung“ der beiden in ihren ganz individuellen Bildungsketten unter die Lupe genommen. Für sechs miteinander verlinkte Online-Porträts sprachen wir mit den jungen Leuten, mit der Lehrerin, der Mutter, dem Ausbilder, der Berufsberaterin – und einer Berufseinstiegsbegleiterin. Die Ergebnisse waren erstaunlich und erfreulich klischee-fern. Merke: Auch Behörden können gute Konzepte entwickeln. Zu den Porträts geht es hier.

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