Einsicht, Weitsicht, Zuversicht

Wer Zeilensturm regelmäßig verfolgt, weiß, dass ich im Zweifel gegen Wortspiele bin. Sie sind einfach überreizt, ausgelutscht, wirken allzu leicht penetrant und gewollt. Außer natürlich, sie sind vom Meister selbst. So wie in der aktuellen Ausgabe der „Südseiten“, dem Blatt der Bayerischen Börse München, deren Titelgeschichte über nachhaltige Geldanlagen mit „Einsicht, Weitsicht, Zuversicht“ überschrieben ist.

Das nämlich sind die drei Kardinaltugenden sozial- und umweltbewusster Kapitalanleger – die leider von der Mehrheit der Geldgeilen in Grund und Boden ignoriert werden. Dabei stimmt die Rendite bei ersteren bisweilen weitaus mehr als bei letzteren, wie in der Geschichte erklärt wird. Jedenfalls fiel mir diese Zeile ein, als ich meine Recherchen zum Thema abgeschlossen und die Geschichte in die Tastatur getippt hatte. Also setzte ich sie oben drüber. Dann schickte ich das Ganze an die Redaktion. Was ich nicht ahnen konnte: Offenbar hat der Dreiklang aus verwandten Begriffen beim Layout des Heftes eine Saite angeschlagen, so dass sie kurzerhand vier Farbseiten aus drei Wörtern gemacht haben – ein bis heute wahrscheinlich unerreichter Rekord an bildlicher Textausbeute. Und an dieser gelungenen Übertragung ins (Typo-)Grafische möchte ich meine Leser hier optisch teilhaben lassen. Man beachte auch, was ein findiger Schlussredakteur in die drei doch recht schlichten Worte noch an neuen semantischen Zusammenhängen hineingemogelt hat. Mir gefällt’s!

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