In der Stadt, in der nichts geht

Corona machte es möglich: Die erstaunliche Geschichte einer Kraftanstrengung, die uns in Deutschland manch einer gar nicht mehr zugetraut hätte.

Wissen Sie noch, wie die Chinesen zu Jahresbeginn auf einem freien Feld in Wuhan innerhalb von Wochen ein schlüsselfertiges Krankenhaus zur Behandlung von Corona-Patienten errichteten? Okay, dachte sich Berlin, als es hier in Deutschland so richtig losging mit dem Virus: Das können wir auch.

Berlin, die Stadt des nach 14-jähriger Bauzeit kürzlich teileröffneten Flughafens BER.

Berlin, die Stadt, in der bürokratischer Mehltau auf allem zu liegen scheint, was bewegt werden müsste.

Das Ergebnis habe ich mir im August angeschaut, um darüber zu schreiben. Rund 500 Betten und die gesamte Versorgungslogistik in einer umgebauten Halle auf dem Berliner Messegelände, fertiggestellt innerhalb weniger Wochen. Glauben Sie nicht? War aber so. Eine Geisterklinik im Halbdunkel der unbelebten Halle, damals. Als Reservelazarett vorsorglich nur für den Fall eingerichtet, dass die Berliner Krankenhäuser dem Ansturm der Erkrankten nicht mehr gewachsen sind.

Die ganze Geschichte können Sie hier lesen: im neuen Drägerheft, dem Magazin des Konzerns, der unter anderem die Beatmungsgeräte und Sauerstoffversorgung für das Corona-Behandlungszentrum Jafféstraße bereitstellte und an den Planungen von Anfang an beteiligt war.

Heute, im Dezember, haben wir täglich zehnmal so viele Fälle wie damals, auf dem Höhepunkt der ersten Welle. Aber ist das Messehallenlazarett in Betrieb? Nein, ist es nach meinem Kenntnisstand nicht. Nicht einmal die vom Land Berlin zusätzlich aufgenommenen Patienten aus Brandenburg benötigen derzeit die Jafféstraße.

Eigentlich ein gutes Zeichen.

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