Buchpremiere: Wie Hamburgs Hafen globalisiert wurde

Hamburgs Hafen ist voller Geschichten – über die Zeit seit 1816, als das erste Dampfschiff die Elbe hinaufkam. Boomphasen und Krisen, ganze Epochen vergingen, bis aus einem regionalen Handelshafen für Großsegler ein globalisierter Container-„Hub“ werden konnte. Erzählt wird in diesem Band von der Eröffnung der Speicherstadt 1888, eines damals fortschrittlichen Logistikcenters am Wasser. Von den tausenden Zwangsarbeitern im Dritten Reich, als die Nazis den Hafen für ihre Weltherrschaftspläne missbrauchten. Davon, wie Hamburg in den 60-er Jahren fast die Container-Revolution verschlafen hätte. Vom fast vollautomatischen Containerterminal Altenwerder, nach langem Ringen mit Anwohnern 2003 in Betrieb genommen als bis heute modernster Terminal der Welt. Aber auch von einem letzten Ort des Durchatmens im Hafen: dem Seemannsclub „Duckdalben“ und seinem multireligiösen Gebetsraum.

Die heutige Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), Herrin der Speicherstadt, war seit Ende des 19. Jahrhunderts ein wichtiger Mit-Gestalter der Hafen-Historie. An diesem Unternehmen wird deutlich, wie die Globalisierung der Warenströme entstand – und was sie für die Hansestadt in guten wie in schlechten Zeiten bedeutet. Das Buch erzählt diese Geschichte so oft wie möglich aus der Sicht teilnehmender Menschen, setzt aber die Puzzlesstücke auch immer wieder zusammen, um übergreifende Erkenntnisse zu ermöglichen. So wird ein bedeutendes Stück deutscher und internationaler Wirtschaftsgeschichte plastisch, lebendig und nachvollziehbar – am Ende zusammengefasst als achtseitiger Ausklapper mit einer Zeitreise durch die wichtigsten Stationen des Hafens in acht Jahrhunderten.

Oliver Driesen: Welt im Fluss – Hamburgs Hafen, die HHLA und die Globalisierung. 256 Seiten, gebunden. Mit vielen historischen und aktuellen Abbildungen. 35,– [D] / R 36,– [A] / sFr 60,50. ISBN 978-3-3-455-50139-1. Erhältlich im Buchhandel und hier bestellbar.

Offizielle Buchpräsentation im Verlag Hoffmann und Campe: Von links nach rechts: Prof. Dr. Franklin Kopitzsch, Senator a.D. Helmuth Kern, Verlagsgeschäftsführer Manfred Bissinger, HHLA-Vorstandschef Klaus-Dieter Peters, Autor Oliver Driesen (Foto: Ines Gellrich)

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