Wert-Schöpfung: enorm

Da sage noch einer, die Wirtschaftspresse sei am Ende: Während überall gekürzt, gestrichen und geschlossen wird, hat sich in Hamburg ein neues Wirtschaftsmagazin gegründet. Enorm ist der Anspruch, enorm der Idealismus, „enorm“ der Titel. Und das Schönste: Es ist ein Magazin für einen neuen Blick auf Werte und ihre Schöpfung: „Wirtschaft für den Mcnschen“ – dieser Claim im Untertitel verspricht Lösungen für das 21. Jahrhundert.

Enorm soll ein Forum für alle werden, die Wirtschaft ganz neu denken wollen: all die Social Entrepreneurs und Weltwirtschaftskrisenbekämpfer da draußen, die nicht mehr auf maximalen Reibach mit endlichen Ressourcen aus sind, sondern das Große Ganze im Blick behalten wollen. Alle, die glauben, dass eigene Gewinne nicht den Verlust anderer bedeuten müssen.

Spannende Ansätze und Phantasie gibt es genug. Doch was davon ist umsetzbar? Was ist realistisch für den Fall, dass der Mensch eben doch im Kern ein vom eigenen Vorteil getriebenes Tier ist? Das will das enorm-Team (alles gestandene Magazinjournalisten) unter Chefredakteur Thomas Friemel ergründen – zunächst viermal im Jahr. Kein Blatt für grüne Gutmenschen also, sondern eines, das sich an der rauen Wirklichkeit des Lebens messen lassen und auch privaten Genuss nicht verbieten will.

Nun lässt sich über sozialen Fortschritt durch eine bessere Wirtschaft gut schreiben. Doch was tut das eigens gegründete Verlagsunternehmen Social Publish Verlag 2010 GmbH, Herausgeber von enorm, selbst? Es geht voran: Das Magazin tritt mit dem Anspruch an, seinen Mitarbeitern „weltweit faire, marktübliche Preise“ zu zahlen, was in der heutigen Medienlandschaft keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Und 15 Prozent des Abo-Preises sollen in Projekte aus dem Bereich des sozialen Unternehmertums investiert werden, so Geschäftsführer Alexander Dorn.

Heute ist Erstverkaufstag. Also: Augen auf am Kiosk! Da könnte enorm was in Bewegung kommen.

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