Klischee plus Wahrheit gleich Schwaben

Klischees müssten ja eigentlich wegen groben Unfugs verboten werden, außer Klischees über Schwaben. Die stimmen nämlich. „Kehrwoche“ – „Alles außer Hochdeutsch“ – „Schaffe, schaffe“ – nicht wahr, da tun sich ganze Gedankenwelten auf! Und jede einzelne davon ist zutreffend.

So, wie es ja auch kein Zufall ist, dass von all den vielen führenden wissenschaftlichen Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft ausgerechnet jenes für „Arbeitswirtschaft und Organisation“ (IAO) in Stuttgart beheimatet ist. Ja, wo denn sonst! Schon allein das Wort „Arbeitswirtschaft“, das ungefähr so zauberhaft ist wie Wirtschaftsökonomie, muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Und Organisation ja sowieso. Wer könnte das alles besser als Schwaben? Sehen Sie! Es gilt die altbewährte Formel: Effizienz mal Innovation zum Quadrat geteilt durch Protestantismus gleich Schwaben.

Nun gibt das IAO natürlich auch einen Jahresbericht heraus. Fürs vergangene Geschäftsjahr sieht er so aus:

Lesen und Download: hier

Und wenn das Motto des schwäbischen Innovationsberichts schon lautet „Neugierig auf Zukunft“, dann komme irgendwann ich ins Spiel (bizarrerweise Rheinländer und Wahl-Hanseat). Nämlich über die charmante kleine Hamburger Agentur Behnken, Becker und Partner, die mich als Autor gecastet hat. Dies wiederum nach der griffigen Formel: Technologiethema plus Wirtschaftsbezug mal menschliche Dimension durch Wurzel aus Infotainment gleich Driesen.

Ich habe zum Bericht also allerlei Texte beigesteuert. Mal kürzer, mal länger, in jedem Fall aber mit dem einen Ziel: fachlich präzises und dabei für Normalsterbliche dennoch unterhaltsames Beschreiben. Immer geht es dabei um die faszinierenden, bloß leider teilweise recht abstrakten Forschungen der Stuttgarter zu der Frage, wie man die Arbeitswelt von morgen menschlich und gleichzeitig marktfähig organisieren kann.

Da wäre zunächst der Augsburger Getriebehersteller Renk AG, dem das Fraunhofer IAO dabei geholfen hat, alle IT-Systeme über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu vereinheitlichen. So konnte der hauchdünne Effizienz-Vorsprung vor den weltweiten Wettbewerbern trotz des Standorts im Hochlohnland Deutschland gewahrt werden. Wie das funktionierte, können Sie hier lesen (draufklicken für den ganzen Bericht):

Oder nehmen Sie die Flughafen München GmbH. Dort wird für die nächsten Jahre ein Ansturm von Passagieren vorausgesagt, die statt mit dem Diesel lieber elektrisch zum Airport und von dort wieder nach Hause fahren. Was bedeutet das eigentlich für die Verkehrsinfrastruktur des Flughafens? Wo müssen Ladestationen hin, wie müssen Parkflächen gestaltet werden? Und schaffen die Netze das alles? Auch hier halfen die IAO-Experten, und auch das können Sie nachlesen:

Tja, Schwaben halt. Die können so was. Tüftler und Garagenbastler, jeder einzelne von ihnen. Und es ist immer wieder eine Freude, beschreiben zu dürfen, dass es in good old Germany eben doch noch diesen besonders peniblen Ingenieursgeist gibt, von dem manche ja glauben, so was Altmodisches brauche man gar nicht mehr. Bis man plötzlich ein technisches oder arbeitswirtschaftliches Problem hat und merkt, dass man mit Gender-Wissenschaften hier nicht weiterkommt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.